Flächensuche, Trümmersuche usw

Hunde werden für verschiedene Arten der Suche ausgebildet.

Einige haben wir hier im Anschluss etwas näher beschrieben.

Im Kreisverband Amberg-Sulzbach bilden wir für die Flächensuche und Mantrailing aus.

Flächensuche

Diese Situation kennt jeder, ein Kind oder eine alte Frau wird vermisst …

Die Suche findet in einem Waldstück statt. Suchstaffeln rücken aus, eine Menschenkette durchkämmt den Wald. Dies ist sehr zeitaufwendig und große Anzahl Helfer wird hierfür gebraucht. Ketten von 100 Freiwilligen und mehr sind keine Seltenheit, und die Zeit arbeitet gegen sie…

Ein Beispiel:

– Eine Suchkette mit 50 Personen braucht für ein größeres Gebiet (ca. 1,5km²) 80 Minuten

– Acht Rettungshundeteams (Hund + Hundeführer) brauchen für dasselbe Gebiet nur 20 Minuten.

Diese Zeiten sprechen für sich, denn die Differenz entscheidet oftmals über den Ausgang der Rettungsaktion.

Ablauf:

Der Rettungshund wird in das Suchgebiet geschickt und vom Führer per Handzeichen und Kommandos dazu aufgefordert diese Fläche absuchen. Der Hund sucht dabei frei und selbstständig.

Ein gut ausgebildeter Hund ist in der Lage, einen verletzten oder verstörten Menschen schon aus großer Entfernung (bis ca. 40m) zu riechen. Hat der Rettungshund das Opfer gefunden, zeigt er  dies an (Verbellen, Freiverweisen oder Bingseln). Neben der Zeitersparnis, ist der Hunde in der Lage auch bei vollständiger Dunkelheit und in dichtem Buschwerk ohne Probleme suchen und retten zu können. Ein entscheidender Vorteil!

Trümmersuche

Eine Gasexplosion, ein Erdbeben, der Einsturz eines Hauses, immer können Menschen verschüttet werden.

Die Rettungshunde werden darauf trainiert, auch in extremen Gelände, Menschen zu finden. Somit lernen sie, über Leitern zu klettern, auf wackelnden Brettern zu balancieren und dabei noch Verschüttete anzuzeigen…

Der Hund ist in der Lage Menschen auch noch unter einer dicken Schicht von Schutt zu wittern.

Im Vergleich zur Flächensuche wird der Hund geziehlt und kontrolliert auf bestimmte Trümmerkegel geschickt. Hier spielt der Gehorsam und die Geräteausbildung eine, für den Hund, lebenswichtige Rolle.

Mantrailing

Häufig ist bei vermissten Personen zwar der letzte Aufenthaltsort bekannt, nicht aber der Ort, wo diese sich hinbegeben haben könnten. Hier kann u. U. ein Mantrailer weiterhelfen. Dieser braucht außer einem Geruchsartikel der vermissten Person nur den letzten bekannten Aufenthaltsort (etwa ein Auto, die Wohnung oder auch einfach nur eine Stelle auf einer Straße oder einem Weg)…

Von diesem Punkt ausgehend kann der Mantrailer die so genannte Trail (also die Geruchsspur, die jeder Mensch hinterlässt) über jeden Untergrund und ggf. über mehrere Kilometer hinweg bis hin zur Person oder dem Ende der Trail (wenn z. B. die Person in ein Verkehrsmittel gestiegen ist) verfolgen. Die Trail kann sich unter günstigen Umständen bis zu 7 Tagen oder auch länger halten. Ein Vorteil des Mantrailers ist auch, dass er in Ortschaften eingesetzt werden kann, da er in der Regel während des Arbeitens stets angeleint ist.

Selbst wenn der Mantrailer nicht in der Lage ist, den genauen Aufenthaltsort der vermissten Person zu ermitteln, so kann er die anderen Suchmaßnahmen (Suchmannschaften, Rettungshundeteams, Hubschrauber, Wärmebildkamera…) unterstützen, in dem er etwa die Laufrichtung der vermissten Person bestimmt und somit das abzusuchende Gebiet eingrenzen hilft. Oder er kann durch eine Negativanzeige darauf hinweisen, dass sich die gesuchte Person aus dem Suchgebiet entfernt hat (in dem sie z. B. in ein Verkehrsmittel eingestiegen ist) oder sich erst gar nicht in diesem Gebiet aufgehalten hat. 

Die Ausbildung zum Mantrailer ist sehr umfangreich, da diese nicht nur in Wald und Feld, sondern auch in Ortschaften stattfindet. Außerdem gilt es, den Hund mit einer Vielzahl von Situationen bekannt zu machen. Zudem ist die Ausbildung des Hundeführers sehr zeitaufwändig, weil dieser möglichst viel über Geruch und dessen Eigenschaften, über Witterungsbedingungen etc. wissen muss, um zu verstehen, wie ein Hund eine Trail aufnehmen und verfolgen kann und wovon deren Haltbarkeit und “Lage” abhängt. Daher ist die relativ lange Ausbildungszeit von mindestens zwei Jahren zu erklären.

Wassersuche

Eine der aufwendigsten und schwierigsten Ausbildungssparten in der Rettungshundearbeit ist die Wassersuche.
Speziell ausgebildete Wassersuchhunde sind in der Lage vom Boot oder auch von Land aus das Geruchsbild eines Ertrunkenen zu orten und dieses anzuzeigen…
Seit Mitte 2005 wird im DRK auf diese Ausbildungsart von mehreren Staffeln trainiert. Mit speziell darauf abgestimmten Trainingseinheiten versucht man, dafür geeignete Suchhunde in langsamen Schritten an diese schwierige Aufgabe heranzuführen:
– Gewöhnung an das Motorboot
– Einschränkung des Lauftriebes bei der Suche
– Ruhige, konzentrierte Nasenarbeit mit großer Ablenkung 
– Konditionierung auf das Geruchsbild eines Ertrunkenen 
– Konditionierung des Anzeigeverhaltens des Hundes erst von Land und dann vom Boot aus

Die Ausbildung zum Wassersuchhund ist in der Praxis leider noch nicht genügend ausgereift. Ein gezielter Ausbildungs- und Prüfungsstandard kann daher weder vom DRK noch von anderen „führenden“ Rettungshundeverbänden zur Verfügung gestellt werden.